Konformität und Zuverlässigkeit Ihrer Ausrüstung gewährleisten.
Zurrgurte sind wesentliche Elemente für den Transport und die Sicherung von Lasten. Um ihre Zuverlässigkeit zu gewährleisten, müssen sie strengen europäischen Normen entsprechen. Diese Vorschriften regeln ihre Herstellung, Festigkeit, Kennzeichnung und Verwendung.
🔍 Die Norm EN 12195-2: die europäische Referenz für Zurrgurte
Die Norm EN 12195-2 ist die wichtigste Referenz für Zurrgurte, die nicht zum Heben, sondern zum Transport und zur Ladungssicherung verwendet werden.
Sie definiert die technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen für Zurrsysteme mit Gurten aus synthetischen Fasern.
Was die Norm regelt:
Verwendete Materialien:
Die Gurte müssen aus widerstandsfähigen synthetischen Fasern (Polyester, Polyamid, Polypropylen) hergestellt werden und präzise Toleranzen hinsichtlich der Bruchfestigkeit einhalten.
Sicherheitsfaktoren:
Jede Komponente (Gurtband, Spannvorrichtung, Haken, Schnalle) muss Mindestanforderungen erfüllen, um eine sichere Verwendung zu gewährleisten.
Mechanische Prüfungen:
Zug- und Bruchtests werden durchgeführt, um die Belastbarkeit (LC – Lashing Capacity) zu überprüfen.
Verpflichtende Kennzeichnung:
Ein auf jedem Gurt angenähtes Etikett muss folgende Angaben enthalten:
- den Hersteller oder die Marke,
- die Zurrkraft (LC),
- die Länge (Lashing Length),
- das Material,
- die Norm EN 12195-2,
- sowie die dem Material entsprechende Farbkennzeichnung.
💡 Gut zu wissen: Die Kennzeichnung ist ein wesentliches Element. Ein Gurt ohne Etikett oder mit unleserlicher Kennzeichnung gilt als nicht konform und muss außer Betrieb genommen werden.
⚙️ Weitere Normen für Zurr- und Hebetechnik
Auch wenn die Norm EN 12195-2 die am häufigsten verwendete ist, können je nach Ausrüstung weitere Vorschriften gelten:
- EN 12195-1: Allgemeine Anforderungen zur Berechnung der Zurrkräfte.
- EN 12195-3: Zurrmittel mit Ketten.
- EN 12195-4: Zurrmittel mit Drahtseilen.
- EN 1492-1 / EN 1492-2: Betreffen Hebeschlingen aus synthetischen Fasern.
Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und Verordnung (EU) 2016/425: Legen allgemeine Sicherheitsanforderungen für Arbeits- und Schutzausrüstungen fest.
🛠️ Wie kann die Konformität Ihrer Zurrgurte sichergestellt werden?
1. Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit prüfen
- Das Etikett muss vorhanden, lesbar und vollständig sein.
- Die Chargen- oder Herstellungsnummer gewährleistet die Rückverfolgbarkeit des Produkts.
- Die Kennzeichnung „EN 12195-2“ muss deutlich angegeben sein.
2. Sichtprüfung des Gurtes durchführen
- Auf Schnitte, Risse, Abrieb oder Brandspuren prüfen.
- Die Nähte kontrollieren – sie dürfen nicht beschädigt sein.
- Haken und Spannvorrichtungen überprüfen: keine Verformungen, Risse oder Korrosion.
3. Beschädigte Gurte ersetzen
- Ein beschädigter Gurt oder ein Gurt ohne Etikett muss sofort ausgesondert werden.
- Versuchen Sie niemals, einen Gurt selbst zu reparieren.
4. Konformitätsdokumente aufbewahren
Lieferanten müssen eine CE-Konformitätserklärung bereitstellen können. Bewahren Sie diese Dokumente in Ihren Wartungs- und Sicherheitsunterlagen auf.
| Element | Anforderung | Referenz |
|---|---|---|
| Hauptnorm | Zurrgurte aus synthetischen Fasern | EN 12195-2 |
| Pflichtkennzeichnung | Klare und vollständige Kennzeichnung | Ja |
| Mechanische Prüfungen | Zugfestigkeit, Bruchfestigkeit, Widerstand | Obligatorisch |
| Benutzerprüfung | Sichtprüfung vor jeder Verwendung | Empfohlen |
| Rückverfolgbarkeit | Chargennummer, Hersteller, CE-Konformität | Obligatorisch |
